Ein weiblicher Roboter mit einem hübschen Gesicht in einem schwarzen Kleid mit weißem Kragen. Über die rechte Wangen rinnen Tränen.
Mimosen-Blog

Ich bin kein Roboter

Nein, ich bin kein Roboter, auch wenn ich nicht immer alle Ampeln und Zweiräder auf den ersten Blick erkenne, die ich identifizieren soll, um zu beweisen, dass ich kein Roboter bin, wenn ich mich irgendwo einloggen möchte. Dass ich sie nicht direkt erkenne, die Ampeln und Zweiräder, liegt dann eher an meiner Altersweitsicht, über die ich mich ja schon zur Genüge ausgelassen habe. Aber zurück zu diesem Bot-Gedöns.

Faszination fürs Programmieren

Ich habe mal ein wenig Programmieren gelernt oder besser: Ich habe mal ein Seminar absolviert, in dem mir die Grundlagen des Programmierens nahegebracht wurden. Oder noch besser: Der wirklich wohlmeinende, kenntnisreiche Mensch, der das Seminar leitete, hat versucht, es mir nahezubringen. Es ist ihm tatsächlich auch gelungen, eine gewisse Faszination dafür in mir zu wecken. Das allein genügt aber selbstverständlich nicht, es auch wirklich zu verstehen. Fasziniert bin ich dennoch. Auch weiterhin.

Sorge um die analoge Welt

Aber wiederum zurück zu diesem Bot-Gedöns. Denn von Bots haben wir viel erfahren in jenem Seminar. Ich aber bin kein Roboter und darüberhinaus der analogen Welt sehr zugetan. Besorgt über diese bin ich nachgerade. Den Weg, den sie geht. Filme, wie The Creator schaue ich mir daher fürsorglich auch gar nicht erst an. Zu sehr schreckt mich, dass er etwas Visionäres an sich haben könnte, das ich dann nicht mehr aus meinem sehr analogen System herausbekomme.

Schreiben mit Hilfe von ChatGPT

Aber wieder verfranse ich mich. Kürzlich fragte mich ein Mann reiferen Datums, ich sage bewusst nicht, alter weißer Mann, weil er eher ein alter weiser Mann ist, noch dazu ein liebenswerter Freund meiner Eltern. Dieser also fragte mich, ob ich schon mit ChatGPT arbeite. Denn er weiß, dass ich gerne und viel schreibe. Er nämlich habe soeben einen Artikel mit Hilfe von KI verfasst.
„Nein, ich schreibe viel zu gerne“, kam es prompt aus meinem Innersten. Ich wunderte mich selbst, wie klar meine Antwort war. Und wie schnell sie kam, bevor es mir noch bewusst war, weil mich noch nie jemand dazu befragt hat. Aber es ist wahr: Ich schreibe viel zu gerne. Ich habe noch nie um Hilfe bei einer Formulierung gebeten. Natürlich wurden damals bei der Zeitung meine Artikel redigiert. Aber das waren dann Menschen. Und die allermeisten, verstanden glücklicherweise ihr Handwerk. Ich liebe es geradezu, an Texten zu feilen, mit Wörtern zu jonglieren, mit Sätzen zu malen. Kurz: mit Sprache umzugehen. Nicht nur mit meiner Muttersprache, übrigens.

KI hat kein schlagendes Herz, ist nicht menschlich, nur menschengemacht

Nun arbeite ich mittlerweile beim Fernsehen. Und in diesem Medium ist es nicht mehr ganz so selbstverständlich, dass die Mitarbeitenden schreiben können. Der einen oder dem anderen würde es tatsächlich gut tun, sich Unterstützung zu holen. Sei es analog oder von mir aus auch von etwas Künstlichem. Selbst wenn es sich dabei um Intelligenz handelt, ist es doch künstlich. Sagt ja der Name schon. Und das bedeutet im Umkehrschluss, dass diese KI nichts wirklich Menschliches an sich hat. Denn selbst, wenn der Körper eines Menschen sehr „gemacht“ ist, wie beispielsweise bei dem einen oder der anderen Schauspieler:in, sind sie innen drin dennoch Menschen, mit Fleisch, Blut und im besten Fall einem schlagenden Herzen. Alles nichts, womit KI aufwartet. Da kann man ihr noch so viel Jane Austen oder Daphne du Maurier füttern. Aber egal.

Denn ich bin kein Roboter

Worauf ich eigentlich hinaus will, ist Folgendes: Wenn ich mir beim Schreiben Hilfe holen würde, zum Beispiel bei ChatGPT, würde ich mich um viele schöne Dinge bringen. Ich müsste dann zwar nicht mehr um Worte ringen, würde aber auch nicht mehr daran wachsen. Ich müsste meinen Roman nicht mehr selbst strukturieren, meine Figuren nicht alleine entwickeln, würde jedoch auch nicht mehr meine eigene Stimme finden, beziehungsweise jene meiner Charaktere.
Schaffe ich das alles dagegen allein, als Schöpferin sozusagen, dann dürfte ich am Ende auch mächtig stolz darauf sein. Es wäre mein Werk. Das ganz allein durch meine Finger aufs digitale oder auch analoge Papier geflossen ist. Dieses Gefühl ist unvergleichlich und ChatGPT wird es niemals fühlen können. Denn egal, wie intelligent es und seine Kolleg:innen sind – ein empfindsames Herz, werden sie niemals haben. Das liegt in der Natur der Sache. Und nein, auch zum Erstellen dieses Beitrags habe ich keine KI verwendet. Man möge mir etwaige Fehler daher nachsehen. Diese beweisen lediglich, dass ich kein Roboter bin, sondern einfach ein Mensch.

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