• Eine Frau in einem weißen Kleid unter Wasser mit Luftblasen um Mund und Nase
    Mimosen-Blog

    Außer Atem

    Wie war das eigentlich damals vor vielen Jahren, als der Atem floss, ohne, das wir ihn beachteten? Allzu selbstverständlich war er. Das Virus jedoch hat ungezählte Menschen erst ihres Atems und dann ihres Lebens beraubt. Aber auch den Atem der Überlebenden hat es beeinflusst. Natürlich ist das, wie alles im Leben, subjektiv. Meinen Atemrhythmus jedenfalls hat die Pandemie zeitweise ganz schön aus dem Takt gebracht. Ich fühlte mich wie unter Wasser und natürlich ziemlich außer Atem. Doch ruhiger, tiefer Atem ist elementar für unser Wohlbefinden. Wer meditiert oder Yoga macht, erlebt, wie achtsames Atmen Blutdruck und Stresslevel senken kann. In diesen beinahe zwei Jahren der Pandemie war mein Atem die…

  • ein grauer Morris Minor steht in London vor einem Gebäude mit einer grauen Fassade
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    Oldtimer – alt aber schöner

    Wer mich kennt, weiß, dass Autos nicht zu meinen bevorzugten menschengemachten Objekten zählen. Doch auch als Radfahrerin fällt mir eines auf: Das Design von Autos wird immer einfallsloser. Die Karosserien nähern sich einander äußerlich immer mehr an. In den vergangenen Tagen stolperte ich über den einen oder anderen Oldtimer und dachte bei mir – die sind zwar alt und echte Umweltverpester, aber definitiv schöner als alles, was heute – noch immer meist mit Verbrennungsmotor ausgestattet – über die Straßen unseres gebeutelten Planeten rollt. In der Literatur begegnete mir in den vergangenen Tagen ein altes Autos, das mir früher sehr gefiel. Ich selbst bin den Citroën DS zwar nie gefahren, doch…

  • Mimosen-Blog

    Londonreise in Zeiten von Corona

    Logbuch meiner Londonreise in Zeiten von Corona: Zugegeben für eine Reise nach England gibt es sicher bessere Zeiten als die gegenwärtige. Aber darauf kann ich nicht warten. Mein Herz lässt mir keine Wahl. Denn über Corona haben wir eine weitere Geißel der Menschheit verdrängt – den Brexit und der hat mich von meinem Liebsten getrennt. Die Reisevorbereitungen gleichen einer Dissertation: So viele Beschränkungen und Auflagen gilt es zu beachten. Dabei finden in Post-Brexit London die Menschen gerade zurück in eine vorsichtige Post-Corona-Normalität. Knapp 55.000.000 Menschen sind hier bereits geimpft. Rund 19.000.000 von ihnen schon zum zweiten Mal. Das sind beeindruckende Zahlen. Die Regierung lässt aber noch längst nicht ganz locker.…

  • ein brütender Schwan im Schilf
    Literarischer Blog

    Keine Ahnung, wie die Schwäne das schaffen

    Im Tierreich trifft man ja immer mal wieder auf das Thema Monogamie und lebenslange Treue. Aber keine Ahnung, wie die Schwäne das schaffen. Bei den Menschen ist das ja eher eine komplexe Angelegenheit. Es gibt die unterschiedlichsten Lebensentwürfe – von serieller Monogamie bis zur Polygamie. Irgendwann mal, es ist sicher schon wieder zwei Jahre her, las ich einen Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung über getrennte Paare, die weiterhin zusammen wohnen, weil sie sich keine Zweitwohnung in der gewohnten Größenordnung leisten können oder wollen oder beides. Mamma mia, dachte ich. Denn das stelle ich mir sehr anstrengend vor. Wenn ich mich trenne, dann brauche ich Abstand. Dann möchte ich den…

  • Foto by theotherkev
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    Delfine der Lüfte

    Die Delfine der Lüfte flogen gemeinsam mit mir durch ihr Himmelsmeer. Zumindest fühlte es sich so an. Der Mai war gekommen, eben erst und mit dem Mai – als würden sie innerlich Kalenderblätter abreißen – waren auch die Mauersegler zurück. Apus apus, nennt man sie im Wissenschaftler-Latein. Es war einer dieser Frühlingsabende, an denen der Rhein im Licht liegt, als sei er das Meer, seine Oberfläche unruhig, schuppig, hornig, wie die Haut einer dunkelblauen Riesenechse. In Afrika verbringen die Mauersegler den Winter und wenn es Mai wird, sind sie wieder bei uns, unangekündigt, aber verlässlich, absolut verlässlich. Ihre Schreie sind ein Synonym für Sommer. Am 1. August verschwinden sie aus…

  • Zierkirschenblüte
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    Der April macht, was er will

    Wenigstens auf den April ist noch Verlass, selbst in diesen unberechenbaren Zeiten. Der April macht, was er will. Das finde ich ungemein tröstlich. Gerade heute noch konnte ich ihn bei seinem überaus launigen Verhalten beobachten. Er bediente sich mehrfach und innerhalb von Minuten der unterschiedlichsten Kapriolen aus seinem Wetter-Bauchladen: Hochnebel, Regen (verbunden mit diesem Duft, den sie Petricord nennen), Schnee, große Flocken, kleine Flocken, Hagel und Sonne und dann ging das Spiel wieder von vorne los. Ordentlich Wind mischte der April auch noch unter. Es war ein Genuss. Die Luft war so knackig-kalt, wie ein Magnum. Nur wenige Autos unterwegs, die das Klare an diesem Tag hätten zerstören können. Derweil…

  • Ein Mann an einem Auto schaut auf ein flirtendes Paar
    Literarischer Blog

    Wie schaffen das die Schwäne?

    Die Idee zu meinem Mehrgenerationen Familienroman „Wie schaffen das die Schwäne“, kam mir bei der Lektüre eines Zeitungsartikels in der Süddeutschen Zeitung. Demnach ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass sich Paare heute oft aus Kostengründen nicht mehr räumlich trennen können. Stell Dir doch einfach mal selbst vor, Du trennst Dich, wohnst aber weiterhin mit Deinem Mann und Deinen Kindern in derselben Wohnung, weil ihr Euch keine zweite in der Preislage leisten könnt. Genauso geht es Hannah und Philipp in „Wie schaffen das die Schwäne“. Das nennen die beiden ganz erwachsen und vernünftig: Trennung unter dem gemeinsamen Dach. Ihre Kinder, Patrick und Lena, finden das einerseits beruhigend, andererseits megabescheuert. Es dauert nicht lange…

  • Krähe auf einem Zaun
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    Die Krähen und ich

    Die Krähen und ich – das war keine Liebe auf den ersten Blick. Dass ich ihnen überhaupt eine Chance gebe, verdanken die Vögel einer Begegnung auf Curaçao. Lange, sehr lange ist es her, da lernte ich dort den Autoren und Journalisten Cord Riechelmann kennen. Es war im Rahmen einer Pressereise. Zu Curaçao fiel den meisten Deutschen damals weniger die Insel, als vielmehr der blaue Likör von Bols ein. Auch die Insel gehört zu den Niederlanden und so verbrachten vor allem unsere Nachbarn hier ihre Ferien. Das wollte der dortige Tourismusverband ändern. Und so flog ich als Teilchen einer kleinen Gruppe von Pressevertreter*innen auf das ferne Eiland. Während unsere Kolleg*innen und…

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    Traumreisen

    Ich bin ziemlich viel unterwegs in diesen Zeiten. Wahrhaftige Traumreisen sind das.Kürzlich flog ich nach Argentinien mit gemischten Gefühlen im Bauch. Die Palette reichte von abenteuerlustig bis zitterängstlich. Offenbar wollte ich ein Sabbatical einlegen – in Buenos Aires. Was genau meine Pläne waren, fand ich allerdings nicht mehr heraus, denn als der Flieger zur Landung ansetzte und ich unter mir viele grüne Berge entdeckte, klingelte mein Wecker. (Das heißt, er musizierte, da ich mich, wie schon einmal erwähnt von Go Outside von den Cults wecken lasse.) Erklären kann ich mir diesen nächtlichen Ausflug allein mit der unterhaltsamen Lektüre eines Artikels von Christoph Gurk in der Süddeutschen Zeitung über die Schwäche…

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    Umarmungsträume

    Umarmungsträume hatte ich erstmals während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr, vor gefühlten Jahren. Glücklicherweise wussten wir damals noch nicht, dass der Ausnahmezustand eine ganze Weile unser Normalzustand bleiben würde. In meinem ersten Umarmungstraum traf ich eine ehemalige Nachbarin auf einer Buchmesse. Im richtigen Leben war ich tatsächlich noch nie auf einer Buchmesse, aber im Traum geht ja alles.Ich sah also diese ehemalige Nachbarin, die auch im wirklichen Leben in der Buchbranche arbeitet und freute mich so riesig, dass ich sie sehr herzlich und fest umarmte. Selbst im Traum wurde mir schlagartig bewusst, dass eine solch freudige Umarmung in Zeiten von Corona nicht angemessen ist. Ich entschuldigte mich daher bei…

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