• Krähe auf einem Zaun
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    Die Krähen und ich

    Die Krähen und ich – das war keine Liebe auf den ersten Blick. Dass ich ihnen überhaupt eine Chance gebe, verdanken die Vögel einer Begegnung auf Curaçao. Lange, sehr lange ist es her, da lernte ich dort den Autoren und Journalisten Cord Riechelmann kennen. Es war im Rahmen einer Pressereise. Zu Curaçao fiel den meisten Deutschen damals weniger die Insel, als vielmehr der blaue Likör von Bols ein. Auch die Insel gehört zu den Niederlanden und so verbrachten vor allem unsere Nachbarn hier ihre Ferien. Das wollte der dortige Tourismusverband ändern. Und so flog ich als Teilchen einer kleinen Gruppe von Pressevertreter*innen auf das ferne Eiland. Während unsere Kolleg*innen und…

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    Traumreisen

    Ich bin ziemlich viel unterwegs in diesen Zeiten. Wahrhaftige Traumreisen sind das.Kürzlich flog ich nach Argentinien mit gemischten Gefühlen im Bauch. Die Palette reichte von abenteuerlustig bis zitterängstlich. Offenbar wollte ich ein Sabbatical einlegen – in Buenos Aires. Was genau meine Pläne waren, fand ich allerdings nicht mehr heraus, denn als der Flieger zur Landung ansetzte und ich unter mir viele grüne Berge entdeckte, klingelte mein Wecker. (Das heißt, er musizierte, da ich mich, wie schon einmal erwähnt von Go Outside von den Cults wecken lasse.) Erklären kann ich mir diesen nächtlichen Ausflug allein mit der unterhaltsamen Lektüre eines Artikels von Christoph Gurk in der Süddeutschen Zeitung über die Schwäche…

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    Umarmungsträume

    Umarmungsträume hatte ich erstmals während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr, vor gefühlten Jahren. Glücklicherweise wussten wir damals noch nicht, dass der Ausnahmezustand eine ganze Weile unser Normalzustand bleiben würde. In meinem ersten Umarmungstraum traf ich eine ehemalige Nachbarin auf einer Buchmesse. Im richtigen Leben war ich tatsächlich noch nie auf einer Buchmesse, aber im Traum geht ja alles.Ich sah also diese ehemalige Nachbarin, die auch im wirklichen Leben in der Buchbranche arbeitet und freute mich so riesig, dass ich sie sehr herzlich und fest umarmte. Selbst im Traum wurde mir schlagartig bewusst, dass eine solch freudige Umarmung in Zeiten von Corona nicht angemessen ist. Ich entschuldigte mich daher bei…

  • Bild von Bruno /Germany auf Pixabay
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    Das Gewitter war noch nicht da!

    Das Gewitter war noch nicht da, ist in meiner Familie ein geflügeltes Wort. Als kleines Mädchen verbrachte ich ganze Sommer bei meiner Großmutter im Allgäu. Während eines besonders schwülen Juli (oder war es August?), spielten sich vor der ohnehin schon spektakulären Bergkulisse rund um Ludwigs Schlösser dramatische Szenen ab. Allabendlich zog ein Gewitter auf und entlud sich in donnernden Paukenschlägen und mäandernden Blitzbündeln, die das imposante Panorama taghell aufleuchten ließen. Ich verfolgte dieses beeindruckende Naturschauspiel mit wohligem Grusel und gebührendem Respekt aus sicherer Entfernung durch das breite Wohnzimmerfenster. So regelmäßig kam das Gewitter zur Abendunterhaltung vorbei, dass ich eines Tages, als meine Großmutter mich ins Bett bringen wollte, sagte: „Ich…

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