Mimosen-Blog

Ich bin eine bekennende Mimose. Das bedeutet, dass ich diese Welt sehr intensiv wahrnehme in allen ihren Facetten.

  • ein grauer Morris Minor steht in London vor einem Gebäude mit einer grauen Fassade
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    Oldtimer – alt aber schöner

    Wer mich kennt, weiß, dass Autos nicht zu meinen bevorzugten menschengemachten Objekten zählen. Doch auch als Radfahrerin fällt mir eines auf: Das Design von Autos wird immer einfallsloser. Die Karosserien nähern sich einander äußerlich immer mehr an. In den vergangenen Tagen stolperte ich über den einen oder anderen Oldtimer und dachte bei mir – die sind zwar alt und echte Umweltverpester, aber definitiv schöner als alles, was heute – noch immer meist mit Verbrennungsmotor ausgestattet – über die Straßen unseres gebeutelten Planeten rollt. In der Literatur begegnete mir in den vergangenen Tagen ein altes Autos, das mir früher sehr gefiel. Ich selbst bin den Citroën DS zwar nie gefahren, doch…

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    Londonreise in Zeiten von Corona

    Logbuch meiner Londonreise in Zeiten von Corona: Zugegeben für eine Reise nach England gibt es sicher bessere Zeiten als die gegenwärtige. Aber darauf kann ich nicht warten. Mein Herz lässt mir keine Wahl. Denn über Corona haben wir eine weitere Geißel der Menschheit verdrängt – den Brexit und der hat mich von meinem Liebsten getrennt. Die Reisevorbereitungen gleichen einer Dissertation: So viele Beschränkungen und Auflagen gilt es zu beachten. Dabei finden in Post-Brexit London die Menschen gerade zurück in eine vorsichtige Post-Corona-Normalität. Knapp 55.000.000 Menschen sind hier bereits geimpft. Rund 19.000.000 von ihnen schon zum zweiten Mal. Das sind beeindruckende Zahlen. Die Regierung lässt aber noch längst nicht ganz locker.…

  • Zierkirschenblüte
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    Der April macht, was er will

    Wenigstens auf den April ist noch Verlass, selbst in diesen unberechenbaren Zeiten. Der April macht, was er will. Das finde ich ungemein tröstlich. Gerade heute noch konnte ich ihn bei seinem überaus launigen Verhalten beobachten. Er bediente sich mehrfach und innerhalb von Minuten der unterschiedlichsten Kapriolen aus seinem Wetter-Bauchladen: Hochnebel, Regen (verbunden mit diesem Duft, den sie Petricord nennen), Schnee, große Flocken, kleine Flocken, Hagel und Sonne und dann ging das Spiel wieder von vorne los. Ordentlich Wind mischte der April auch noch unter. Es war ein Genuss. Die Luft war so knackig-kalt, wie ein Magnum. Nur wenige Autos unterwegs, die das Klare an diesem Tag hätten zerstören können. Derweil…

  • Krähe auf einem Zaun
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    Die Krähen und ich

    Die Krähen und ich – das war keine Liebe auf den ersten Blick. Dass ich ihnen überhaupt eine Chance gebe, verdanken die Vögel einer Begegnung auf Curaçao. Lange, sehr lange ist es her, da lernte ich dort den Autoren und Journalisten Cord Riechelmann kennen. Es war im Rahmen einer Pressereise. Zu Curaçao fiel den meisten Deutschen damals weniger die Insel, als vielmehr der blaue Likör von Bols ein. Auch die Insel gehört zu den Niederlanden und so verbrachten vor allem unsere Nachbarn hier ihre Ferien. Das wollte der dortige Tourismusverband ändern. Und so flog ich als Teilchen einer kleinen Gruppe von Pressevertreter*innen auf das ferne Eiland. Während unsere Kolleg*innen und…

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    Traumreisen

    Ich bin ziemlich viel unterwegs in diesen Zeiten. Wahrhaftige Traumreisen sind das.Kürzlich flog ich nach Argentinien mit gemischten Gefühlen im Bauch. Die Palette reichte von abenteuerlustig bis zitterängstlich. Offenbar wollte ich ein Sabbatical einlegen – in Buenos Aires. Was genau meine Pläne waren, fand ich allerdings nicht mehr heraus, denn als der Flieger zur Landung ansetzte und ich unter mir viele grüne Berge entdeckte, klingelte mein Wecker. (Das heißt, er musizierte, da ich mich, wie schon einmal erwähnt von Go Outside von den Cults wecken lasse.) Erklären kann ich mir diesen nächtlichen Ausflug allein mit der unterhaltsamen Lektüre eines Artikels von Christoph Gurk in der Süddeutschen Zeitung über die Schwäche…

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    Umarmungsträume

    Umarmungsträume hatte ich erstmals während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr, vor gefühlten Jahren. Glücklicherweise wussten wir damals noch nicht, dass der Ausnahmezustand eine ganze Weile unser Normalzustand bleiben würde. In meinem ersten Umarmungstraum traf ich eine ehemalige Nachbarin auf einer Buchmesse. Im richtigen Leben war ich tatsächlich noch nie auf einer Buchmesse, aber im Traum geht ja alles.Ich sah also diese ehemalige Nachbarin, die auch im wirklichen Leben in der Buchbranche arbeitet und freute mich so riesig, dass ich sie sehr herzlich und fest umarmte. Selbst im Traum wurde mir schlagartig bewusst, dass eine solch freudige Umarmung in Zeiten von Corona nicht angemessen ist. Ich entschuldigte mich daher bei…

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    Jahresrückblick mit gemischten Gefühlen

    Ich bin sicherlich nicht die Einzige, die froh ist, dass 2020 in wenigen Stunden Geschichte ist. In Australien ist es das längst. Vieles, was wir vorher auch schon wussten oder zumindest ahnten, hat sich uns 2020 wie unterm Brennglas präsentiert. Zuallererst mal, dass unser Höher-Schneller-Weiter keine Option mehr ist. Umdenken ist angesagt. Während des ersten Lockdowns war die Luft selbst mitten in meiner Stadt frisch. Sie roch nicht mehr nach Autoabgasen, es fuhren ja kaum noch Autos. Viele Menschen arbeiteten von zu Hause. Die Mütter in ihren Chelseatrucks mussten ihre Kinder nicht mehr in die Schule fahren oder abholen. Die Schulen waren ja geschlossen. Natürlich ist es wichtig, dass die…

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    „San Bernadino in the rain“

    Als ich im Spätsommer von den verheerenden Waldbränden in Kalifornien hörte und las, wurde ich sehr traurig. Kalifornien gehört zu meinen Sehnsuchtsorten, seit meine Eltern 1984 in den Sommerferien mit uns in die USA flogen. Auf dem Programm stand zunächst das wunderbare New York und von dort ging es direkt an die Westküste nach San Francisco. Dort stiegen wir in den gemieteten Buick und flitzten den Highway Number 1 hinunter Richtung L.A., die Stadt der Engel und der Stars. Vorher machten wir einem Abstecher im Yosemite Park mit seinen imposanten Giant Sequoias. Die beeindruckten uns Kinder noch mehr als die New Yorker Skyscraper. So etwas hatten wir noch nie gesehen.…

  • Messer, Wespe und Melone
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    Die Schwarz-Gelb-Geringelte

    Ich rieche gut. Das wollen mir zumindest die Wespen weismachen, die sich morgens, mittags, abends in Scharen über mich hermachen, in meiner Wohnung und im Homeoffice. Ich habe gelesen, sie mögen alles, was gut riecht. Mich können sie also scheinbar gut riechen. Muss ich sie deswegen mögen? Nö!Letztens war ich an einem Gewitterabend – ich erwähnte das bereits in einem anderen Text – bei einer lieben Freundin und Kollegin zum Abendessen auf ihrer Terrasse geladen. Ich war der erste Gast, da ich den Salat zubereiten half. Anschließend trat ich mit einem schönen Getränk auf den Balkon. Um mich her knisterte es auf eine Art, wie ich es noch nie gehört…

  • Bild von Bruno /Germany auf Pixabay
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    Das Gewitter war noch nicht da!

    Das Gewitter war noch nicht da, ist in meiner Familie ein geflügeltes Wort. Als ich noch ein kleines Mädchen war. Ich verbrachte damals ganze Sommer bei meiner Großmutter im Allgäu. Während eines besonders schwülen Juli (oder war es August?), spielten sich vor der ohnehin schon spektakulären Bergkulisse rund um Ludwigs Schlösser dramatische Szenen ab. Allabendlich zog ein Gewitter auf und entlud sich in donnernden Paukenschlägen und mäandernden Blitzbündeln, die das imposante Panorama taghell aufleuchten ließen. Ich verfolgte dieses beeindruckende Naturschauspiel mit wohligem Grusel und gebührendem Respekt aus sicherer Entfernung durch das breite Wohnzimmerfenster. So regelmäßig kam das Gewitter zur Abendunterhaltung vorbei, dass ich eines Tages, als meine Großmutter mich ins…

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