• Mimosen-Blog

    Der Duft des Regens

    Ich machte Freudensprünge, als es letztens mitten im Juni regnete. So richtig Landregen, dicke Tropfen, die aufs Dach trommeln. Ohne Gewitter, ohne Sturm, einfach Old School Regen. Ich hatte zuvor bereits mit meiner Mutter darüber nachgesinnt, was wohl zu tun sei, damit es endlich mal wieder regnet und die Bäume und Pflanzen nicht weiter darben müssen. Das Gras der Parks verfärbte sich da schon ins Augustgelbe. Dabei war Anfang Juni. Meine Mutter und ich waren schnell bei der Option Regentanz und meine Mutter ging noch eins weiter und landete beim Film. Genauer gesagt bei „The Rainmaker“ – mit Katherine Hepburn und Burt Lancaster. Wobei wir beide lieber Audrey Hepburn mögen.…

  • Mimosen-Blog

    Die Blumenfrau

    Das letzte Mal, dass ich sie sah, ist gefühlt zwei Sommer her. Vielleicht war es aber auch nur ein Sommer. Zeit ist so relativ, flüchtig sowieso. Ich nannte sie immer nur die Blumenfrau. Ihren Namen kannte ich nicht. Dennoch war sie jahrzehntelang ein Teil meines Lebens.Wenn ich zu meinen Eltern radele (ein Auto habe ich schon viele Jahre nicht mehr), benutze ich von jeher den Radweg des ziemlich frequentierten Kaiser-Friedrich-Rings in Düsseldorf-Niederkassel. Und neben diesem Radweg stehen unterschiedliche Frauen mit ihrem Gemüse oder ihren Blumen und bieten sie feil. So auch meine Blumenfrau. Sie war gestürzt Bei dieser letzten Begegnung mit ihr, vor ein oder zwei Sommern – sie war…

  • Mimosen-Blog

    Begegnungen im Home-Office

    Home-Office – vierter Monat! Nein, ich bin hier nicht allein. Wenn nicht gerade ein Zug viele Menschen an meinem Fenster vorbeiträgt, die alle Masken tragen und mich so daran erinnern, warum ich hier sitze, in meiner Wohnung, die ich niemals, niemals mit fieser Arbeit habe verunreinigen wollen. Wenn also kein Zug vorbeifährt, dann höre ich die Vögel: Die Amsel mit ihren kunstvollen minutenlangen Arien. Den Zilpzalp, den Frühlingsvogel schlechthin, der so ruft, wie er heißt. Die Nachtigall, die Lyrische unter den Sängerinnen. Das Rotkehlchen, das verwandt ist mit Amsel und Nachtigall (zumindest habe ich das mal gelesen) und ebenso schön singt. Den Spatz, dessen Bestand sich wieder erholt hat, der…

  • Literarischer Blog

    Seemann, lass das träumen

    Ein Schlagerabend wäre normalerweise nicht Freds Ding gewesen. Aber erstens mochte er den Schriftsteller, Rainer Moritz, der das Ganze inszeniert und zweitens fiel ihm keine gute Entschuldigung ein, als der Veranstalter ihn zu der Sause einlud. Nun ist Fred also hier. Er sitzt im Halbdunkel des Veranstaltungsorts – einer Mühle in Wolfenbüttel – umgeben von Senioren, die so aufgeregt wirken, als würden ihre Stars gleich persönlich ans Mikrofon treten und singen. Fred ist kein Fan von irgendwem.  Aber Rainer Moritz ist gnädig, er beginnt mit Stücken aus einer Zeit, in der man noch wert legte auf Melodie, auch beim Schlager. Und dann spielt er ein Stück, das Fred gehört hat,…

  • Mimosen-Blog

    Warum schreist du so?

    „Warum schreist du so?“, fragt mich mein Vater. Dabei müsste er die Antwort eigentlich kennen. Aufgewachsen bin ich unter der Einflugschneise eines großen Flughafens, wohnhaft an den Gleisen der Deutschen Bahn und seit neustem ausgestattet mit einem Mundschutz. Ich muss die Stimme erheben, um gehört zu werden. Ich mache das allerdings völlig intuitiv, also ohne, dass es mir bewusst wäre. Ich kenne Menschen, die ständig darum bitten, nicht unterbrochen zu werden, da sie es gewöhnt sind, dass ein Flugzeug, ein Zug oder eine Bahn ihren Redefluss Sinn verzerrend zerschneidet. Ich erhebe meine Stimme, damit sie lauter ist als der Lärm von Flugzeug oder Zug, damit dieser meine Sätze eben nicht…

  • Literarischer Blog

    Die Sfogliatelle von Sofia

    Es ist soweit! Endlich ist mein Roman „Die Sfogliatelle von Sofia“ fertig. Ich habe ihn noch ein paar Mal überarbeitet, wie sich das gehört und ein paar Testleserinnen haben mir ihre Meinung kund getan. Aber jetzt ist er überall im Buchhandel erhältlich, gewandet in das wunderbar gemalte Cover von Isabella Roth von Rothbild. Was ich besonders großartig finde am Lesen und am Schreiben, ist, dass man hingehen kann, wohin man will. Ich muss meine Wohnung nicht verlassen. Ich kann Gäste empfangen, ohne aufzuräumen und zu putzen. Ich brauche nur das Buch oder Manuskript, eine bequeme Sitzgelegenheit und schon geht die Reise los. Mein Roman ist fertig Sofia, die Titelheldin von…

  • Literarischer Blog

    Wenn Hunde spazieren fahren

    Dass hier keine Missverständnisse aufkommen: Carla liebt Hunde! Sie hat nur deshalb selbst keinen, weil sie in der Stadt lebt und sich wegen ihrer Arbeit nicht genug um ihn kümmern könnte.  Das bedeutet aber nicht, dass sie sich keine Gedanken um Hunde macht. Um die Menschen allerdings ebenso. Sie saß mit einer Freundin an einem langen Tisch in einem Café und aß mit ihr zu Mittag. Ein Mann kam hinzu und schob dieses seltsame Gefährt vor sich her, das eine Mischung aus Rollator und Kinderwagen zu sein schien. Drin hockte aber kein Kind, sondern ein Dackel. Ein putzmunterer Dackel. Das stellte sich alsbald heraus, denn Herrchen legte eine Decke auf…

Follow by Email